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Wer oder wie bin Ich? Womit müsst ihr rechnen?
Selbsteinschätzung (21.12.2011)
Aktuell: Ich habe vermehrt kurzzeitigen Blutdruckabfall. Das Blut sackt in die Beine. Folge sind Schwindelanfälle, Gleichgewichtsstörungen, zittern. Muss mich kurzfristig setzen. Kann dabei kaum einen klaren Gedanken fassen. Es kommt zu Orientierungsstörungen und motorischen Ausfallerscheinungen. Das ist schon beängstigend. Müdigkeit und Schlafstörungen. Antriebslos, oft zurückgezogen. Meine Tageszeit wird zunehmend wieder die Nacht.
Untersuchungen in der Klinik haben ergeben, dass nicht das transplantierte Herz dafür ursächlich ist! Dieses arbeitet weiterhin gut. Durch Medikamentenanpassungen können Nebenwirkungen jedoch zeitweise zusätzlichen Einfluss haben.
Die negativen Stimmungen und Erinnerungen, besonders am Jahresende, die über die Psyche und das vegetative Nervensystem Auswirkung auf das körperliche Befinden haben, sind die wahrscheinlichste Ursache für die aktuellen Probleme.
Allgemein: Direkt, sarkastisch, provokativ, gerne mal mit einem Augenzwinkern oder schwarzem Humor! Ich sehe mich selber als zielorientierten Problemlöser der, wenn nötig, um die Ecke denken kann. Ein Querdenker, etwas ungeduldig, will manchmal zu viel auf einmal. Eine gewisse Hartnäckigkeit hat schon oft dazu beigetragen Probleme aus der Welt zu schaffen. Nur die eigenen Probleme bekomme ich schwer in den Griff. Mein Gerechtigkeitssinn ist sehr stark ausgeprägt.
Ich kann mich gut in die Situation anderer Menschen hinein versetzen. Beschreibungen, kombiniert mit eigenen, zum Teil extremen Erfahrungen und der Frage, wie würde ich mich verhalten, ergeben häufig neue Sichtweisen. Vom Typ her bin ich allgemein freundlich und hilfsbereit. Freunde können sich stets auf mich verlassen. Ich biete Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Vertrauen, erwarte das aber auch von anderen.
Was ich überhaupt nicht leiden kann ist wenn jemand meint, er bräuchte mich nicht ernst zu nehmen! Könne mich ignorieren, hintergehen, oder müsste sich über mich lustig machen. Wenn ich wirklich böse werde, was selten vorkommt, hält sich mein Verständnis und meine Rücksichtnahme in sehr engen Grenzen!
Gesundheit: Ich leide seit frühester Kindheit unter Agoraphobie. Das ist, einfach erklärt, eine Art Platzangst die nicht nur auf enge Räume begrenzt ist. Situationen, denen ich mich nicht ohne weiteres entziehen kann, können Auslöser sein. Unwohlsein, Schwitzen, Schwindel, Panik, Übelkeit sind übliche Symptome. Betroffene begegnen dem durch Vermeidungsverhalten. Selbst wenn man es geschafft hat sich einen Raum „zurück zu erobern“ reicht eine erneute Panikattacke aus um alles wieder auf Anfang zu setzen! Der Alltag und die sozialen Kontakte werden mit der Zeit erheblich beeinträchtigt.
Unter Stress, starkem Schmerz, Infekten, psychischem Druck, bekomme ich gelegentlich Kreislaufprobleme. Es folgen Schweißausbrüche, unerträgliches Ohrensausen, Drehschwindel, bis hin zur Bewusstlosigkeit. Vagovasale Synkopen, ausgelöst durch das vegetative Nervensystem, welches man nicht willentlich beeinflussen kann. (Parasympathikus & Sympathikus) Die Kreislaufproblematik und die Agoraphobie sind getrennte Erkrankungen, die sich in fataler Weise sehr ungünstig beeinflussen.
Nach der Herztransplantation Sep. 2011 haben sich die Symptome bei psychischem Druck und Stress etwas verändert. Vermehrt kurzzeitiger Blutdruckabfall. Das Blut sackt in die Beine. Folge sind Schwindelanfälle, Gleichgewichtsstörungen, zittern. Muss mich kurzfristig setzen. Kann dabei kaum einen klaren Gedanken fassen. Es kommt zu Orientierungsstörungen und motorischen Ausfallerscheinungen. Das ist schon beängstigend. Müdigkeit und Schlafstörungen. Antriebslos, oft zurückgezogen. Meine Tageszeit wird zunehmend wieder die Nacht. Untersuchungen in der Klinik haben aber ergeben, dass nicht das transplantierte Herz dafür verantwortlich ist. Es handelt sich am ehesten um psychosomatische Ursachen.
Nach 2 Herzinfarkten Dez. 2000 und Feb. 2001 hatte ich eine 4fach Bypass OP. Davon blieb, neben der Narben, eine leichte Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses zurück. 2004 wurde mir ein Defibrillator implantiert. Nach einem Bruch der Defi-Sonde, die über Gefäße ins Herz geleitet wird, musste diese 2009 chirurgisch entfernt und samt Defi erneuert werden.
In weiterer Folge: Herzleistungsschwäche, schlechte Pumpleistung, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Synkopen, Vorhofflimmern, Diabetes, Hypercholesterinämie, Bronchitis, Lungenentzündung, Blutvergiftung, Schilddrüsenprobleme, Ödeme (Wassereinlagerungen) in Lunge, Unterbauch und Beinen. Zunehmend Luftnot. Leberprobleme, Aszites. Aufenthalte in Kliniken, belastende Untersuchungen und Therapien sind die Folge.
Am 29.09.2011 wurde mir im Herz und Diabetes Zentrum NRW in Bad Oeynhausen ein neues Herz transplantiert! Am 25.10.2011, nach 176 Tagen in der Klinik (ab 03.05.2011) und nur 26 Tage nach der großen OP wurde ich nach Hause entlassen! Weitere Kontrolltermine in der Klinik erfolgen nach Befund.
Die Kombination aus Krankheiten und persönlichen Problemen lösten in 2006 einen Burnout, psychischen Zusammenbruch, aus. Depression, Selbstverletzung, Suizidgedanken. 2007 psychosomatische Reha. Bei großer psychischer Belastung treten auch heute noch Depressionen auf. Ich gebe mir selber die Schuld an vielen Dingen. Bin mit mir, meinem Körper und dem dadurch geprägten Leben unzufrieden.
Habe schubweise starke Stimmungsschwankungen. Schon sehr früh wurden häuslicher Streit, emotionale Kälte, Unterdrückung, das Gefühl nichts wert zu sein, alles falsch zu machen, zu ständigen Begleitern. Habe kaum Erinnerungen an meine Kindheit. Was immer gewesen sein mag, es ist nicht wert sich zu erinnern, wurde gelöscht, oder irgendwo tief vergraben.
Eigene Probleme unterdrücken um niemandem zur Last zu fallen. Nichts falsch machen zu wollen. Jede Kleinigkeit bis ins Detail erklären zu müssen. Vieles schriftlich, also beweisbar zu erledigen. Alles ganz genau wissen zu wollen, um die Kontrolle nicht zu verlieren. Der übertriebene Einsatz für Andere, damit diese nicht enttäuscht werden. Folgen einer durch Streitigkeiten und Erniedrigung geprägten Kindheit oder Umgebung? Man ist bestrebt selber alles besser zu machen, nie wieder die Kontrolle abzugeben!
Das Eingehen fester Bindungen ist mir nicht möglich. Ich brauche meine persönlichen Rückzugsmöglichkeiten. Mit Kontakten in räumlicher Distanz komme ich besser zurecht. Den Wunsch nach einer festen Partnerschaft habe ich nicht. Alleine fühle ich mich unabhängiger und sicherer.
Selbsthilfe: Sich seinen Problemen zu stellen ist nicht leicht. Es hilft schon kein Geheimnis daraus zu machen. Gedanken aufzuschreiben. Zunächst nur für sich selber. Mit zunehmendem Selbstverständnis auch für andere zugänglich. Das Gespräch mit Vertrauten suchen ist ein weiterer Schritt. Daraus ergeben sich oft überraschende Einblicke. Wenn das von irgendwelchen Leuten belächelt oder als nicht normal bezeichnet wird ist das unwichtig. Ich finde es auch nicht normal der Herde der Allgemeinheit gedankenlos hinterher zu trotten.
Meine berufliche Karriere 1979 Lehre zum Kfz-Mechaniker, während der Zeit der Wehrpflicht 1984 / 1985 Panzerschlosser, danach 20 Jahre LKW Schlosser bei zwei Speditionen. Nach der Herz OP kam der extreme Wechsel. 2004—2006 Umschulung zum Bürokaufmann, Praktika, einige befristete Sachen, Mai 2007 in Rente wegen voller Erwerbsminderung. Gelegentlich ehrenamtliche Tätigkeit in einer gemeinnützigen Einrichtung.
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