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Borderline und Selbstverletzendes Verhalten (SVV)

 

Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) = Emotional instabile Persönlichkeitsstörung

 

BPS ist eine anhaltende, ausgeprägte, mit viel Leid verbundene Persönlichkeitsstörung. Diese zeigt sich häufig durch gleichbleibende, meist unangemessene Verhaltensmuster im sozialen Umfeld. Sie ist oftmals auf sexuellen Missbrauch, oder auf psychische und physische Misshandlung in der Kindheit zurück zu führen. Ganz grob beschrieben lebt ein Borderliner oder eine Borderlinerin in einer Schwarz-Weiß Welt, in der es nur „ganz gut oder ganz schlecht“ gibt.  Daraus ergibt sich auch die Bezeichnung Borderline, die im Englischen eine Grenzlinie bezeichnet.

 

Für die Diagnose Borderline müssen verschiedene Symptome zusammen kommen und mit einer erheblichen Beeinträchtigung des privaten und sozialen Umfeldes verbunden sein. Oft wird diese Erkrankung von Depressionen oder anderen psychischen Auffälligkeiten begleitet.  Die häufigsten Symptome sind starke Stimmungsschwankungen, große Probleme mit sozialen Bindungen, negatives Selbstbild, selbstgefährdendes Verhalten, plötzliche Gefühlsausbrüche, Verlustängste, bis hin zu Selbstverletzung oder Suizid.

 

Am Bekanntesten sind die nach außen hin auffallenden Selbstverletzungen. Ritzen, schneiden, verbrennen auf Armen, Beinen Händen oder Füßen. Nicht nur bei Frauen oder Mädchen. Ist dort zwar häufiger, aber auch Männer sind betroffen! Es hilft BPS-Patienten sich selber wieder zu spüren. Es bringt schlagartige Erleichterung.

 

Therapie kann durch Fachärzte und Psychologen, sowie durch Verständnis und Unterstützung im Freundes und Familienkreis erfolgen. Lernt mit den Problemen der Betroffenen umzugehen. Ein Versuch der Einflussnahme kann nur schief gehen. Verhaltensweisen oder Reaktionen, die nicht Betroffene nur  sehr schwer verstehen können, kann man als „normal“ für die Person anerkennen und lernen damit umzugehen. Dazu gehört auch nicht schnell beleidigt zu reagieren. Man sollte da nicht zu empfindlich sein. An plötzliche Stimmungsschwankungen muss man sich erst einmal gewöhnen. Das kann ganz schön schwer sein.

 

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Selbstverletzendes Verhalten (SVV) = Autoaggressives Verhalten

 

Nicht jeder, der selbstverletzende Verhaltensmuster an sich erkennt, ist automatisch ein Borderliner. Das kann nur ein Facharzt sicher abgrenzen. Die Übergänge sind da vermutlich fließend. SVV ist nicht nur das Ritzen. Dazu zählen auch exzessive, selbstzerstörerische Lebensweisen. Hohe Risikobereitschaft, Kopfschlagen, Haare ausreißen, andere zumeist schmerzauslösende Handlungen.  Festhalten an alten Konflikten, die einen selber zermürben, ohne große Erfolgsaussichten. SVV hat normaler Weise nichts mit der Suche nach Aufmerksamkeit zu tun.

 

Gründe für SVV können sein

 

Psychisch, seelisch bedingt: Negatives Selbstbild, Selbsthass, Verlustängste, Bindungsängste, übersteigerter Perfektionismus, nicht loslassen können, innere Anspannung mit Aggressionen, Depressionen, Wut, Hass, das Gefühl nicht ernst genommen zu werden, vermeintlicher Kontrollverlust, sich ausgeliefert fühlen, Hoffnungslosigkeit, Sozialphobien mit erheblicher Beeinträchtigung des Alltags.

 

Erfahrungsbedingt: Physische-, sexuelle- emotionale Gewalt, emotionale Kälte, Liebesentzug, hoher Erwartungsdruck, Überforderung, Unterdrückung, Demütigung, Verachtung, geringe Wertschätzung, Ablehnung, Beeinträchtigung der persönlichen Freiheit, Ausgrenzung, große Enttäuschungen, Kränkungen, Ausnutzung, Ausweglosigkeit .Hilflosigkeit, Burnout.  Oft sind es mehrere Gründe zusammen.

 

Zu sehr im Blickpunkt des Interesses zu stehen und nicht weg zu können. Für Jemanden wie mich, der aus

bestimmten Gründen lieber zurück gezogen lebt, die Hölle. Also schaltet die Psyche einfach ab! Will nicht

mehr. Die einzige Möglichkeit, den inneren Druck abzubauen ist in dem Moment das Ritzen, oder anderes

Selbstverletzendes Verhalten.

 

Durch den als geringer empfundenen äußeren Schmerz wird der innere Schmerz kurzfristig verdrängt. An diesen Zustand gewöhnt man sich irgendwann, sucht ihn sogar, weil er Erleichterung bedeutet. Ohne ein geeignetes Ventil, welches den inneren Druck senkt, kann sich ein explosives Gemisch bilden. Durch einen kleinen Funken könnte es zu einer Katastrophe mit unabsehbaren Folgen kommen. Es gilt daher einen Ausgleich zu finden. Besser man schadet sich selber als anderen! Noch besser ihr lasst es gleich von vorn herein sein! Noch während das Blut fließt ärgert ihr euch schon über die Narben, die nur sehr schwer zu verbergen sind. Das versucht dann mal Jemanden zu erklären, dessen Verständnis für so etwas nicht ausreicht! Lange hält das Gefühl der Entlastung eh nicht an.

 

Jeder hat individuelle Trigger (Auslöser) für selbstverletzendes Verhalten. Das hier ist mein persönlicher Erklärungsversuch. Kein Fachvortrag!

 

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