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Borderline und Selbstverletzung |
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Trigger-Warnung!!! Für Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet!
Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) = Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
BPS ist eine anhaltende, ausgeprägte, mit viel Leid verbundene Persönlichkeitsstörung. Diese zeigt sich häufig durch gleichbleibende, meist unangemessene Verhaltensmuster im sozialen Umfeld. Sie ist oftmals auf sexuellen Missbrauch, oder auf psychische und physische Misshandlung in der Kindheit zurück zu führen. Ganz grob beschrieben lebt ein Borderliner oder eine Borderlinerin in einer Schwarz-Weiß Welt, in der es nur „ganz gut oder ganz schlecht“ gibt. Daraus ergibt sich auch die Bezeichnung Borderline, die im Englischen eine Grenzlinie bezeichnet.
Für die Diagnose Borderline müssen verschiedene Symptome zusammen kommen und mit einer erheblichen Beeinträchtigung des privaten und sozialen Umfeldes verbunden sein. Oft wird diese Erkrankung von Depressionen oder anderen psychischen Auffälligkeiten begleitet. Die häufigsten Symptome sind starke Stimmungsschwankungen, große Probleme mit sozialen Bindungen, negatives Selbstbild, selbstgefährdendes Verhalten, plötzliche Gefühlsausbrüche, Verlustängste, bis hin zu Selbstverletzung oder Suizid.
Am Bekanntesten sind die nach außen hin auffallenden Selbstverletzungen. Ritzen, schneiden, verbrennen auf Armen, Beinen Händen oder Füßen. Nicht nur bei Frauen oder Mädchen. Ist dort zwar häufiger, aber auch Männer sind betroffen! Es hilft BPS-Patienten sich selber wieder zu spüren. Es bringt schlagartige Erleichterung.
Therapie kann durch Fachärzte und Psychologen, sowie durch Verständnis und Unterstützung im Freundes und Familienkreis erfolgen. Lernt mit den Problemen der Betroffenen umzugehen. Ein Versuch der Einflussnahme kann nur schief gehen. Verhaltensweisen oder Reaktionen, die nicht Betroffene nur sehr schwer verstehen können, kann man als „normal“ für die Person anerkennen und lernen damit umzugehen. Dazu gehört auch nicht schnell beleidigt zu reagieren. Man sollte da nicht zu empfindlich sein. An plötzliche Stimmungsschwankungen muss man sich erst einmal gewöhnen. Das kann ganz schön schwer sein.
Selbstverletzendes Verhalten (SVV) = Autoaggressives Verhalten
Nicht jeder, der selbstverletzende Verhaltensmuster an sich erkennt, ist automatisch ein Borderliner. Das kann nur ein Facharzt sicher abgrenzen. Die Übergänge sind da vermutlich fließend. SVV ist nicht nur das Ritzen. Dazu zählen auch exzessive, selbstzerstörerische Lebensweisen. Hohe Risikobereitschaft, Kopfschlagen, Haare ausreißen, andere zumeist schmerzauslösende Handlungen. Festhalten an alten Konflikten, die einen selber zermürben, ohne große Erfolgsaussichten. SVV hat normaler Weise nichts mit der Suche nach Aufmerksamkeit zu tun.
Gründe für SVV können sein
Psychisch, seelisch bedingt: Negatives Selbstbild, Selbsthass, Verlustängste, Bindungsängste, übersteigerter Perfektionismus, nicht loslassen können, innere Anspannung mit Aggressionen, Depression, Wut, Hass, das Gefühl nicht ernst genommen zu werden, vermeintlicher Kontrollverlust, sich ausgeliefert fühlen, Sozialphobien mit erheblicher Beeinträchtigung des Alltags.
Erfahrungsbedingt: Physische-, sexuelle- emotionale Gewalt, emotionale Kälte, Liebesentzug, hoher Erwartungsdruck, Überforderung, Unterdrückung, Demütigung, Verachtung, geringe Wertschätzung, Ablehnung, Beeinträchtigung der persönlichen Freiheit, Ausgrenzung, große Enttäuschungen, Kränkungen, Ausnutzung, Ausweglosigkeit.
Medizinisch: chronischer Schmerz, großer Stress, Burnout, Schicksalsschläge, schwere Erkrankungen, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, und vieles mehr. Oft sind es mehrere Gründe. Diese Ursachen können den „inneren Druck“ derart ansteigen lassen, dass er sich durch Selbstverletzung und Aggression schlagartig entlädt. Die schnellste und einfachste Möglichkeit zur Linderung. Durch den als geringer empfundenen äußeren Schmerz wird der innere Schmerz kurzfristig verdrängt. An diesen Zustand gewöhnt man sich irgendwann, sucht ihn sogar, weil er für einen selber Erleichterung bedeutet.
Einen langfristigen Erfolg erreicht man dadurch aber nicht. Im Gegenteil, man ist angesichts der noch lange zu sehenden Narben zusätzlich frustriert. Jeder hat individuelle Trigger (Auslöser) für selbstverletzendes Verhalten. Das hier ist mein persönlicher Erklärungsversuch. Kein Fachvortrag!
Ohne ein geeignetes Ventil, welches den inneren Druck senkt, kann sich ein explosives Gemisch bilden. Durch einen kleinen Funken könnte es zu einer Explosion mit unabsehbaren Folgen für sich und andere kommen. Es gilt daher einen Ausgleich zu finden, der möglichst ohne SVV auskommt.
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