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Sexueller Missbrauch! Ein Tabuthema? |
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Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt gehören mit zu dem Schlimmste, was man Menschen antun kann. Bei sexuellem Missbrauch von Kindern und anderen Sexualdelikten sollte niemand weg sehen. Warum kommt es immer wieder dazu? Leute das geschieht nicht irgendwo, weit weg. Es geschieht in eurer Umgebung. Jeden Tag! Ich möchte allen Mädchen, Frauen und auch Jungen, die zu Opfern wurden, Mut machen und dazu aufrufen ihr Schweigen zu brechen! Ich möchte aber auch Öffentlichkeit schaffen, damit Taten verhindert werden!
Prävention
Zum Schutz von Kindern haben Eltern, oder soweit erforderlich andere Vertrauenspersonen, die Aufgabe den Nachwuchs stark zu machen! Ihnen beizubringen, dass sie auch Erwachsenen gegenüber laut „nein“ sagen dürfen. Bei Gefahr um Hilfe rufen sollen! Sich von Niemandem einschüchtern zu lassen, auch wenn der noch so wichtig tut!
Erziehungsberechtigte sollten keine Geheimnisse vor ihren Kindern haben. Alles darf, zumindest Eltern und Vertrauenspersonen gegenüber, erzählt werden. Nehmt sie ernst und schaut genau hin. Verändern sich ihre Verhaltensweisen? Sagt ihnen aber auch, dass sie Fremden gegenüber nichts erzählen müssen. Die sollen sich an die Eltern wenden, aber nicht die Kinder ausfragen. Ein normaler Autofahrer wird Beispielsweise kaum ein Kind nach dem Weg fragen. Da ist Vorsicht geboten. Solche Situationen müssen Kinder durch Aufklärung erkennen lernen.
Gebt Kindern nicht nur Anweisungen, erklärt sie ihnen auf Nachfrage. Nur solche Grenzen setzen, die sie auch einhalten können. Selbstbewusste Kinder werden seltener Opfer. Also macht sie zu Menschen mit einem großen Selbstvertrauen. Das schreckt Täter ab. Die suchen eher nach dem stillen, ängstlichen Kind.
Bemüht euch um ihr Vertrauen! Gebt Kindern das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit, Schutz, Liebe. Dazu gehört es ihnen genau zu zuhören. In jedem Alter! Nicht sofort alles als abwegig beurteilen. Besonders jüngere Kinder können noch nicht bewusst lügen! Einige Dinge können sie sich nicht ausdenken oder vorstellen, wenn sie sie noch nicht erlebt haben! Also genau hinhören. Merkwürdige Zeichnungen behutsam hinterfragen. Es gibt häufig verborgene Botschaften. Tränen lügen nicht!
© pighunter24.de (Andi)
Opferseite
Was geschieht mit einem Kind, einer Jugendlichen, einer Frau welche zum Opfer wurde. Nach außen hin haben diese ein unauffälliges, sicheres Auftreten. Das etwas im Verborgenen liegt ist zunächst nicht erkennbar. Wenn überhaupt kann man ein wenig „zwischen den Zeilen lesen“. Bis so viel Vertrauen aufgebaut ist, dass ein Gespräch darüber möglich ist, dauert es sehr lange. Missbrauch geschieht leider viel öfter, als man glauben mag. Wer kann die Leiden wirklich verstehen? Sicher nur der oder die Jenige, die es erlebt haben. Den meisten Opfern ist es erst viele Jahre nach der Tat möglich sich jemandem anzuvertrauen. Dieses Vertrauen zu erlangen ist unglaublich schwer, manchmal unmöglich.
Die meisten Taten werden nicht vom großen Unbekannten verübt. Viel öfter geschieht es im häuslichen Umfeld. Gerade dort sollte es eigentlich Schutz und Geborgenheit geben. Stattdessen wird es zum Folterlager ohne Möglichkeit zur Flucht. Ganz gleich ob der Missbrauch von den eigenen Eltern, Stiefeltern, Geschwistern, Verwandten oder Bekannten ausgeht. Die Sicherheit des Zuhauses wird zerstört. Das mögliche Vertrauen zum Täter lässt die Missbrauchten manchmal glauben es sei normal oder fühlen sich verpflichtet für die erhoffte Aufmerksamkeit und Liebe eine Art Gegenleistung erbringen zu müssen. Häufig suchen sie die Schuld bei sich selber!
Welche Folgen kann das haben? Das Erlebte hat Einfluss auf die psychische Entwicklung. Selbstverletzendes Verhalten, Depression, Magersucht, Bulimie, Gewaltfantasien, Selbstmordgedanken um hier nur Einige zu nennen. Dazu kommen die Folgen körperlicher Verletzungen und Folgeerkrankungen. Jede psychische Belastung, jedes Trauma kann schwere Erkrankungen auslösen. Suchterkrankungen, Essstörungen, Phobien, Autoimmun-Erkrankungen …
Warum reden Missbrauchte oft erst Jahre später über die Tat? Ist es die Scham, Ekel, Angst? Ein Makel der an ihnen hängen bleibt? Wenn sie sich selber die Schuld daran geben muss das Erlebte unerträglich sein. Wollen sie den Täter schützen, da sie einen persönlichen oder familiären Bezug zu ihm haben? Selbst im Erwachsenenalter suchen solche Frauen oft nach einem Partner, der in seinem Verhalten Ähnlichkeit zum Täter aufweist. Wesentlich älter, bestimmend, cholerisch, rücksichtslos. Warum kehren diese Frauen nach erneut erlebter Gewalt wieder zu so einem Partner zurück? Vertrauen kann es nicht sein. Warum dann? Eine Art der Selbstbestrafung? Damit hier keine Missverständnisse aufkommen. Es gibt ganz viele Partner von Missbrauchsopfern, die sich sehr rücksichtsvoll und einfühlsam verhalten.
Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt sind heute leider immer noch viel zu oft ein Tabuthema. Niemand spricht gerne darüber. „Vielleicht ist sie ja doch selber schuld, warum zieht sie sich auch immer so an, wer sich so aufdonnert muss sich nicht wundern ...“. Das wird gelegentlich nach solchen Taten gesagt. Ein Versuch, sein eigenes Wegsehen zu entschuldigen? Sich nicht damit beschäftigen zu müssen? Also geht man zur Tagesordnung über und vergisst. Die Missbrauchten und Vergewaltigten bleiben mit dem Erlebten alleine zurück.
Warum signalisiert man den Opfern nicht, dass sie sich für das Geschehene nicht schämen müssen. Man sollte Mut machen sich von der Last des Schweigens zu befreien. Was Geschädigte brauchen, egal ob noch Kind oder bereits erwachsen, ist das Wiedererlangen von Vertrauen zu anderen Menschen, in unsere Gesellschaft und in unsere Justiz. Die viel zu oft nur geringen Strafen halten viele zurück, sich dem Ganzen zu stellen. Wozu, wenn am Ende nichts dabei herauskommt.
Es kommt aber auch alles wieder hoch, was über Jahre tief in der Seele verborgen blieb. Das tut weh. Aber nur wenn es da raus kommt, kann man versuchen die Sache zu verarbeiten. Ein schwerer, oft schmerzhafter Weg, der unbedingt von Ärzten und Therapeuten begleitet werden sollte. Gute Freunde können hilfreich sein um die ersten Schritte zu tun. Ansonsten sollten sich Laien, wie ich auch einer bin, nicht als Psychologe versuchen. Das könnte schief gehen!
Mut machen, unterstützen, mal zuhören. Das ist es, was ein wirklicher Freund tun kann. Aber stellt euch das nicht so einfach vor. Es ist für einen selber auch eine große Belastung, das Gehörte zu verkraften und damit sachlich umzugehen. Je näher einem das Opfer steht, desto größer sind die eigenen Gefühle wie Wut und Betroffenheit. Starke Gemütsschwankungen der Opfer erfordern schon mal viel Verständnis und Belastbarkeit. Es braucht sehr viel Geduld.
Verantwortung tragen wie alle! Wer ein Kind auf der Straße sieht, welches möglicherweise gegen seinen Willen festgehalten oder in ein Auto gezehrt wird, muss was tun. Unterlässt er dieses wird er ungewollt zum Mittäter. Ich weiß, die Überwindung ist groß. Es stellen sich einem automatisch Fragen wie, „könnte das nicht auch ihr Vater sein“? „Was ist, falls ich mich irre“? „Wenn ich ein fremdes Kind auf mögliche Probleme anspreche, gerate ich nicht selber in Verdacht“? Diese Bedenken sollten zum Schutz des betroffenen Kindes erst einmal hinten anstehen. Wird ein Kind in aller Öffentlichkeit, im Elternhaus, in der Nachbarswohnung misshandelt, gequält oder verschleppt spielt es keine Rolle, ob das der eigene Vater, ein Verwandter oder sonst wer ist. Im Zweifelsfall die Polizei rufen, Kennzeichen notieren usw.
Man muss nicht gleich zum „Helden“ werden. Zivilcourage kann man trotzdem zeigen. Aufmerksamkeit herstellen, Passanten um Hilfe bitten. Da gibt es viele Möglichkeiten. Das gilt selbstverständlich für jede Art von Gewalt!!! Schwächeren in Not muss man als Gemeinschaft zur Seite stehen. So leben wir alle ein wenig sicherer.
© pighunter24.de (Andi)
Täterseite
Wenn mal ein besonders schlimmer Fall öffentlich wird geht ein riesiger Aufschrei durchs Land. Es ist alles unfassbar. Es wird ein gewaltiger Wirbel um die Täter gemacht. Aber wer fragt sich danach noch, was aus dem Opfer wurde? Wie den Meisten gehen mir als Erstes solche Gedanken wie „Keine Tierversuche, nehmt Kinderschänder“ durch den Kopf. Ist verständlich. Dann beginnt die Diskussion „behandeln oder wegsperren“.
Ich versuche das mal rational zu betrachten, auch wenn es schwer fällt. Sperrt man die Leute ohne Therapie ein, kommen die genauso gefährlich wieder raus. Macht man eine Therapie besteht die Gefahr, dass gute Schauspieler vorzeitig auf freien Fuß kommen und neue Taten begehen. Was ist besser? Ich hätte da einen relativ einfachen Lösungsansatz. Täter sollten die juristisch festgesetzte Strafdauer in stationärer Therapie verbringen müssen. Entlassung ist nur möglich wenn sie, ähnlich wie bei Verkehrssünder, eine Art „MPU“ (Medizinisch, Psychologische, Untersuchung) bestehen. Dabei darf nicht nur die psychologische Beurteilung Grundlage sein. Es sollte technisch Möglichkeiten geben bestimmte Erregungszustände eines Menschen auf besondere Schlüsselreize festzustellen. Ähnlich einem Lügendetektor. Da hilft kein Schauspielern!
Ich höre schon die Frage nach den Kosten einer Unterbringung von Triebtätern in stationären Einrichtungen. Was eine Art „MPU“ kosten würde. Da versuche ich mal eine betriebswirtschaftliche Gegenrechnung aufzustellen. Was kostet eine lebenslange psychologisch, medizinische Behandlung eines missbrauchten, vergewaltigten Menschen? Wie viele sexuell motivierte Morde könnten so verhindert werden? Ist nicht jeder einzelne durch Prävention verhinderte Fall den Aufwand wert? Ich glaube nicht, dass man diese Argumente widerlegen kann!
Was bringen härtere Strafen? Kinderschänder stehen im Knast auf der untersten Stufe. Das ist nachvollziehbar, geschieht ihnen recht sollte man meinen. Kann die Angst eines Täters davor aber nicht auch dazu führen, dass er eher bereit ist sein Opfer zu töten? Was unterscheidet den Dealer, der Drogen an Schulen verkauft, von einem Kinderschänder? Wenn sich die Schüler(innen) zur Finanzierung der Drogen prostituieren lebt der Dealer von dem Geld, welches Pädophile den Kindern für ihre „Dienste“ bezahlen.
Die Gefängnisstrafen in Deutschland halte ich allerdings auch für viel zu gering. Ein Raubkopierer wird härter bestraft als ein Vergewaltiger. Das kann keiner verstehen! In den USA müssen solche Täter nicht selten für den Rest ihres Lebens ins Gefängnis. Einen Rückgang sexuell motivierter Straftaten bewirkt das allerdings auch nicht!
Ich appelliere an potentiellen Täter, die diesen Drang in sich spüren, sich rechtzeitig, bevor sie Straftaten begehen, therapieren zu lassen. Ein pädophil veranlagter Mensch, der sich diese Neigung nicht ausgesucht hat, kann von sich aus Übergriffe verhindern. Solange er noch erkennt, welches Leid eine solche Straftat bei den Opfern hervorruft, besteht noch Hoffnung auf eine erfolgreiche Therapie. Erfolgreich bedeutet aber nur mit dieser Neigung umzugehen! Heilung gibt es meines Wissens nach nicht.
Dazu bedarf es aber auch Anlaufstellen die bereit sind diese Aufgabe zu übernehmen. Es ist ein Aufruf an unserer Gesellschaft solche Stellen zu schaffen. Den Leuten, die sich freiwillig therapieren lassen, nicht feindselig gegenüber zu treten. Ihnen die Angst vor einer Behandlung, die bekannt werden könnte, zu nehmen. Andernfalls werde zu wenige Gebrauch davon machen. Solange man sich um diese Personengruppe kümmert werden sie kaum Straftaten begehen.
Bei Tätern, die aufgrund von Gewaltphantasien und Machtausübung solche Taten begehen, ist eine Therapie oft wenig Erfolg versprechend. Das Recht auf Freiheit dieser Gruppe muss zum Schutz der Allgemeinheit zurück stehen. Ohne Wenn und Aber! Haftstrafen mit, wenn überhaupt, nur wenig mehr als einem Jahr reichen nicht aus! Die anschließende Sicherungsverwahrung muss im Urteil bereits ausgesprochen werden.
Der europäische Gerichtshof hatte aktuell (Mitte 2010) die nachträgliche Sicherungsverwahrung von Sexual– und Gewalttätern für unzulässig erklärt. Die Entlassung von Sicherungsverwahrten aufgrund des EU-Urteils ist eine Katastrophe! Ein Rückschritt, der noch für viel Aufsehen und zusätzliche Kosten für Polizei Überwachungen sorgen wird! Eine traurige Entscheidung, gegen die sich unsere Regierung widersetzen sollte. Was geschieht, sie trottet dieser Entscheidung tatenlos hinterher. Das sind bestimmt nicht „meine“ Volksvertreter, die durch solche Aktionen unwählbar werden!
© pighunter24.de (Andi) |
